
Komödie von Heinrich von Kleist
»Gehört das Bild mir, das der Spiegel strahlt?«
Die Götter müssen verrückt sein! Zwei von ihnen besuchen die Erde: der Göttervater selbst und der Gott der Diebe und Hehler. Jupiter verwandelt sich in den Feldherren Amphitryon, um dessen Ehefrau Alkmene ins Bett zu kriegen. Merkur muss derweil Wache schieben und nimmt das Dienstpersonal von Amphitryons Haushalt mit ähnlichen Mitteln aufs Korn. Der Plan geht zunächst auf. Alkmene erkennt den Unterschied zwischen beiden Liebhabern nicht. Und Jupiter verlangt von ihr zu wissen, ob die vergangene Nacht genussvoller war als alle anderen davor. Als der echte Ehemann aus der Schlacht heimkehrt, beginnt ein Verwirrspiel, das alptraumhafte Züge annimmt und die ganzen Abgründe menschlichen Begehrens aufreißt: Wer ist der Betrogene? Wer ist das Original? Wer die Fälschung? Das Ehepaar droht auseinanderzubrechen. Nur Alkmenes Herz scheint noch die Wahrheit zu kennen.
Die Götter erweisen sich einmal mehr als unsere menschlichen Pendants: Manipulierend, lebenshungrig, lüstern und selbstverliebt sind sie Abbilder unserer eigenen Wünsche und Phantasien. In Kleists Komödie prallen das Groteske und das Erhabene, das zutiefst Menschliche und verstiegen Göttliche aufeinander. Niklaus Helbling, dessen »Don Karlos« in der vergangenen Spielzeit das Lübecker Publikum begeisterte, inszeniert dieses fragile und doppelbödige Sprachkunstwerk. Kleists Komödie schimmert auch 200 Jahre nach seinem Selbstmord am Wannsee in ambivalentem Glanz. Eine hochintelligente Seifenoper mit dem schönsten Schluss-Seufzer der Weltliteratur: »Ach!«
Die Götter erweisen sich einmal mehr als unsere menschlichen Pendants: Manipulierend, lebenshungrig, lüstern und selbstverliebt sind sie Abbilder unserer eigenen Wünsche und Phantasien. In Kleists Komödie prallen das Groteske und das Erhabene, das zutiefst Menschliche und verstiegen Göttliche aufeinander. Niklaus Helbling, dessen »Don Karlos« in der vergangenen Spielzeit das Lübecker Publikum begeisterte, inszeniert dieses fragile und doppelbödige Sprachkunstwerk. Kleists Komödie schimmert auch 200 Jahre nach seinem Selbstmord am Wannsee in ambivalentem Glanz. Eine hochintelligente Seifenoper mit dem schönsten Schluss-Seufzer der Weltliteratur: »Ach!«


















