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Die heilige Johanna der Schlachthöfe
»Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht,
und es helfen nur Menschen,
wo Menschen sind.«
Chicago während der Weltwirtschaftskrise: Johanna Dark ist Mitglied der wohltätigen »Schwarzen Strohhüte« und kümmert sich um hungernde Arbeitslose vor den Fleischfabriken der Stadt. Als ihr Gegenspieler tritt auf: der Fleischkönig Pierpont Mauler, der seine Konkurrenten um die Marktmacht mithilfe von Dumpingpreisen und Massenentlassungen ausschaltet. Johanna hält Pierpont seine Rücksichtslosigkeit vor und scheint ihn für ihre Sache zu gewinnen. Zwei zunächst feindliche Prinzipien, zwei Charismatiker nähern sich an. Doch als sie einen Streik der Arbeiter verhindert, macht sie sich ungewollt zur Gehilfin der Mächtigen. Der Kampf gegen Ungerechtigkeit erweist sich einmal mehr als Kampf gegen die Natur des Menschen ...

Nach der Krise ist vor der Krise? Woher kommt der Gleichmut der Menschen? Ist die größte Wirtschaftskrise seit achzig Jahren wirklich schon überstanden? Bertolt Brecht schrieb sein Stück 1932, um die Börsenspekulationen vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise von 1929 anzuprangern. Scharfsichtig entlarvt er die Mechanismen überhitzter Märkte und falscher Kredite, das verzweifelte Scheitern des Widerstandes, die Korrumpierbarkeit der eigentlich »guten Sache«. Stephan Suschke inszeniert Brechts messerscharfe Analyse mit seinem Bühnenbildner Momme Röhrbein (»Der Ring des Nibelungen«) als Spiegel unserer vom Zerreißen bedrohten Gesellschaft.

Premiere
03/09/10

Kammerspiele
 
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Die Suche nach Gerechtigkeit – Die Heilige und der Banker

Dauer 2 Stunden (eine Pause)

Inszenierung Stephan Suschke
Ausstattung Momme Röhrbein
Chor Sven Albert