
Dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing
»Der Wunder höchstes ist, dass uns die wahren, echten Wunder so alltäglich
werden können.«
werden können.«
Das »Heilige Land«, Brennpunkt eines unheiligen Konfliktes, ist der rätselhafte Magnet der drei monotheistischen Weltreligionen. Was bindet die Menschen an diesen Ort? Was sind ihre Hoffnungen und Ängste? Ist eine Lösung der Konflikte im heutigen Nahen Osten menschenmöglich? Lessing zwingt uns in seinem bekanntesten Stück, der Wahrheit ins Auge zu blicken: Seine radikale Formel von Toleranz und Menschenliebe bedingt die Akzeptanz eines Gegenübers, mit dem man sich streiten kann und soll.
Nathan, ein reicher jüdischer Kaufmann, kehrt von einer Handelsreise nach Jerusalem zurück und erfährt, dass in seinem Haus ein Brand gewütet hat, dem seine Pflegetochter Recha nur knapp entronnen ist. Ausgerechnet ein christlicher Tempelherr, erklärter Feind aller Nichtchristen, hat sie aus den Flammen gerettet. Nathan fühlt sich ihm zu ewigem Dank verpflichtet und sucht seine Bekanntschaft, die der stolze Christ zunächst ablehnt. Saladin, Sultan und Herr über das Heilige Land, hatte das Todesurteil gegen den Tempelherrn aufgehoben, weil dieser ihn an seinen verstorbenen Bruder erinnerte. Der Tempelherr verliebt sich in Recha – und der in Geldnöten steckende Sultan bittet Nathan um finanzielle Hilfe. Fast beiläufig stellt Saladin ihm die Frage der Fragen, welches die wahre Religion sei: Hier kreuzen sich die privaten Wege der miteinander verketteten Figuren schicksalhaft. Welche Wahrheit ist die richtige? Nathans Antwort, seine Ringparabel, dieser Versuch, den Absolutheitsanspruch der Religionen zu brechen, stellt ein humanistisches Vermächtnis dar: Drei Söhne erben von ihrem Vater drei Ringe, die einander so sehr gleichen, dass sie in ihrem Wert nicht mehr zu unterscheiden sind – ursprünglich war nur einer original, die anderen sind Kopien. Um seinen Wert zu erweisen, solle jeder um vorurteilsfreie Liebe ringen. Der Wert eines Ringes bemisst sich also, so Nathan, an der Errichtung menschlicher Verhältnisse.
Welchen Sinn hat Religion? Ist Nathan aufgrund seiner eigenen schmerzhaften Erfahrungen – einem Pogrom, dem vor Jahren seine Frau und seine sieben Söhne zum Opfer fielen – nicht längst zu einem Atheisten, einem zweiten Hiob, zu einem Zyniker geworden? Ist das Maß der Wahrheit nicht allein der Mensch – und nicht ein vererbter Ring, eine Fälschung vielleicht? Andreas Nathusius, der in der vergangenen Spielzeit mit großem Erfolg Henrik Ibsens »Peer Gynt« inszeniert hat, stellt sich diesen Fragen und konfrontiert Lessings Aufforderung zur Toleranz mit dem Wahrheitsfanatismus von heute.
Nathan, ein reicher jüdischer Kaufmann, kehrt von einer Handelsreise nach Jerusalem zurück und erfährt, dass in seinem Haus ein Brand gewütet hat, dem seine Pflegetochter Recha nur knapp entronnen ist. Ausgerechnet ein christlicher Tempelherr, erklärter Feind aller Nichtchristen, hat sie aus den Flammen gerettet. Nathan fühlt sich ihm zu ewigem Dank verpflichtet und sucht seine Bekanntschaft, die der stolze Christ zunächst ablehnt. Saladin, Sultan und Herr über das Heilige Land, hatte das Todesurteil gegen den Tempelherrn aufgehoben, weil dieser ihn an seinen verstorbenen Bruder erinnerte. Der Tempelherr verliebt sich in Recha – und der in Geldnöten steckende Sultan bittet Nathan um finanzielle Hilfe. Fast beiläufig stellt Saladin ihm die Frage der Fragen, welches die wahre Religion sei: Hier kreuzen sich die privaten Wege der miteinander verketteten Figuren schicksalhaft. Welche Wahrheit ist die richtige? Nathans Antwort, seine Ringparabel, dieser Versuch, den Absolutheitsanspruch der Religionen zu brechen, stellt ein humanistisches Vermächtnis dar: Drei Söhne erben von ihrem Vater drei Ringe, die einander so sehr gleichen, dass sie in ihrem Wert nicht mehr zu unterscheiden sind – ursprünglich war nur einer original, die anderen sind Kopien. Um seinen Wert zu erweisen, solle jeder um vorurteilsfreie Liebe ringen. Der Wert eines Ringes bemisst sich also, so Nathan, an der Errichtung menschlicher Verhältnisse.
Welchen Sinn hat Religion? Ist Nathan aufgrund seiner eigenen schmerzhaften Erfahrungen – einem Pogrom, dem vor Jahren seine Frau und seine sieben Söhne zum Opfer fielen – nicht längst zu einem Atheisten, einem zweiten Hiob, zu einem Zyniker geworden? Ist das Maß der Wahrheit nicht allein der Mensch – und nicht ein vererbter Ring, eine Fälschung vielleicht? Andreas Nathusius, der in der vergangenen Spielzeit mit großem Erfolg Henrik Ibsens »Peer Gynt« inszeniert hat, stellt sich diesen Fragen und konfrontiert Lessings Aufforderung zur Toleranz mit dem Wahrheitsfanatismus von heute.
Die nächsten Termine
Mi
06/04/11
19.30 Uhr
Großes Haus
Fr
22/04/11
19.30 Uhr
Großes Haus
Mi
11/05/11
19.30 Uhr
Großes Haus
Kampfzone Wirklichkeit: Die Illusion der einen Wahrheit
Dauer 2 Stunden (keine Pause)
Inszenierung Andreas Nathusius
Ausstattung Annette Breuer
Musikalische Leitung, Kompositionen Felix Huber
Dauer 2 Stunden (keine Pause)
Inszenierung Andreas Nathusius
Ausstattung Annette Breuer
Musikalische Leitung, Kompositionen Felix Huber



















